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Otto Reutter

Und so kommen wir aus der Freude gar nicht raus
Text und Melodie von Otto Reutter
1930

1
Hoch die Welt! Wir leben hier in Saus und Braus,
Und wir komm'n hier aus der Freude gar nicht 'raus.
Kaum, dass wir der Erde nah sind,
Freu'n wir uns schon, dass wir da sind,
Freu'n uns dann durchs ganze Leb'n
Bis zum Schluss von unserm Streb'n -
Und dann freu'n wir uns erst recht - denn dann ist's aus,
und so komm'n wir aus der Freude gar nicht raus.

2
Kaum zur Welt gekommen, werd'n wir schon massiert,
Werd'n gebadet und wie'n Postpaket verschnürt,
Kriegen schon als kleine Rangen
Puder auf die hinter'n Wangen,
Werd'n, so oft wir was gemacht,
Stets ins Trockene gebracht -
Und so wickelt man uns ständig ein und aus,
und so komm'n wir aus der Freude gar nicht raus.

3
In der Schule lern'n wir dann mit Müh' und Flenn'n
Alles, was wir später nicht verwenden könn'n,
Bleiben im Examen sitzen -
Müssen noch ein Jährchen schwitzen,
Unser Lehrer, voller Groll,
Schreibt ein Zeugnis - jammervoll;
Und die Prügel dafür krieg'n wir dann zu Haus',
und so komm'n wir aus der Freude gar nicht raus.

4
Und nun lern'n wir'n Handwerk - ach, das tun wir gern
Vielleicht Schlosser - und wir mussten Griechisch lern'n -
Lernen aus - hab'n nichts zu klagen -,
Doch das könn'n wir nicht vertragen -,
schaffen uns ein Mädel an,
und die sorgt für Sorgen dann.
Wissen bald vor Schulden nicht mehr ein und aus -
und so komm'n wir aus der Freude gar nicht raus.

5
Später kommt die Heirat, denn "sie" drängelt sehr.
Im Beruf geht's dann sehr plötzlich hinterher,
Gründen ein Geschäft mit Zagen -
da verlier'n wir Kopf und Kragen,
werfen uns auf and're Choosen,
da verlier'n wir Rock und Hosen -
und die Steuer zieht uns dann das Hemde aus -
und so komm'n wir aus der Freude gar nicht raus.

6
Ziemlich schnell und plötzlich werd'n wir Vater dann.
Grad' im Wirtshaus sind wir - kommt ein Bote an:
"'S ist was Kleines angekommen!"
Darauf wird noch eins genommen.
Da stürzt er nochmal herbei:
"Komm'n Sie schnell... es sind schon zwei!"
Na, da loofen wir - sonst werd'n noch dreie draus,
und so komm'n wir aus der Freude gar nicht raus.

7
Zu Besuch stell'n sich nun oft Verwandte ein,
Schwiegermutter, Nichten, Tanten, das ist fein.
'N alter Onkel kommt und weicht nicht.
Unser Haushaltsgeld, das reicht nicht,
Zu sein'm Koffer schleichen wir -
zähl'n die Hemden - es sind vier -
Na, dann bleibt er ja vier Monat' hier im Haus,
und so komm'n wir aus der Freude gar nicht raus.

8
Schließlich werd'n wir dann behäbig mit der Zeit,
Kümmern uns nur um die eig'ne Leiblichkeit.
Zahnschmerzen hab'n wir dann keene,
Denn wir hab'n ja keene Zähne,
Geg'n die Glatze schaffen dann
wir ein Haarwuchsmittel an -
Davon gehn uns dann die letzten Haare aus
und so komm'n wir aus der Freude gar nicht raus.

9
Und dann kommt der Schluss - wir müssen fort von hier,
Sie geht erst - wir geb'n galant den Vortritt ihr,
Bleib'n, als die von ihr Erlösten
noch zurück, um uns zu trösten.
Dann, zum Himmel zieh'n auch wir -
da steht sie schon vor der Tür:
"Na, da bist du ja", so ruft sie freudig aus -
und so komm'n wir aus der Freude gar nicht raus.

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