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Otto Reutter

Fräulein, woll’n Sie nicht ein Kind von mir?
Text & Musik: Kunke • Interpret: Siegfried Arno

1.
Ihr lieben Leutchen hört und seid mit mir empört,
denn gar kurioses Zeug ist’s was ich Euch heut’ berichte.
Mein Weib ist unterhand mir heute durchgebrannt.
S’ist ein Skandal und sehr fatal ist die Geschichte,
dass sie sich sacht’ bei Nacht hat aus dem Staub gemacht,
das würde schließlich meine Ruh’ nicht weiter stören,
doch mit sechs kleinen wilden unerzog’nen Gören –
der Buben zwei, der Mädchen vier sitz’ ich nun hier.
Ich armer Mann,
was fang’ ich an,
was mach ich bloß?
Wie werd’ ich nur die Gören los?
Fräulein, woll’n Se nich ’n Kind von mir
in die Pflege nehmen?
Zwanzig Mark zahl’ ich monatlich dafür.
Sie brauchen sich nicht schämen.
Fräulein, woll’n Se nich ’n Kind von mir
in die Pflege nehmen?
Zwanzig Mark zahl’ ich monatlich dafür.
Nehmen Sie doch eins von mir!

2.
Ich bin nicht alt, nicht jung –
bitt’ um Vermittelung,
ich hab’ auf Lager dick und mager – alle Kreise.
Es ist ja alles da,
man wird bei mir Papa
auf unerreichte furchtbar leichte Art und Weise.
Nur eines fehlt mir noch:
Ach könnt’ ich endlich doch
an einem Fürstenhofe der noch ohne Erben
den Titel Ho-of-Lieferant mir bald erwerben.
Jedoch in Deutschland wird’s nischt draus,
drum kneif’ ich aus.
Und fahre schnell ins China-Land
und frage höflich mit dem Hute in der Hand:
Fräulein, woll’n Se nich ’n Kind von mir
in die Pflege nehmen?
Zwanzig Mark zahl’ ich monatlich dafür.
Sie brauchen sich nicht schämen.
Fräulein, woll’n Se nich ’n Kind von mir
in die Pflege nehmen?
Zwanzig Mark zahl’ ich monatlich dafür.
Nehmen Sie doch eins von mir!

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Konzerte



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"Ausgemerzt" - jüdische Künstler zwischen den Weltkriegen.
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