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Presse
HaWe, der Seebär
(Norderstedter Zeitung / 04.12.2006)

KABARETT - HANS-WERNER KÜHL ERFOLGREICH MIT SEINEM NEUEN PROGRAMM

Erfolgreiche Weltumseglung mit "Hafenträume: Fernweh und Heimweh".

Von Heike Linde-Lembke
Norderstedt

Hafengetöse, Dampfergetute, Schleppertuckern. Zarte Klavierklänge und dann der Auftritt eines Mannes mit Matrosenmütze und -hemd, in dem er aussieht wie ein Seebär auf Segeltörn an der Packeisgrenze. Auftakt zu "Hafenträume: Fernweh und Heimweh - eine literarisch-musikalische Seereise", dem neuen Kabarett-Abend mit Hans-Werner "HaWe" Kühl und seinem Pianisten Rainer Lankau. Das neuste Programm des kongenialen Duos in der Vicelin-Schalom-Kirche wurde von rund 160 Leuten mit stehenden Ovationen und einem geschmetterten "Auf der Reeperbahn nachts um halb Eins" begeistert gefeiert.
Für das Programm hat Kühl zwei Jahre lang recherchiert und geprobt, bis ein rundum gelungenes Programm saß, in dem Kühl einen guten Einblick in die Historie der Kabarett-Literatur und -Musik des letzten Jahrhunderts gibt, mit Hans Leip und Norbert Schultze, Kurt Tucholsky und Hanns Eisler, Joachim Ringelnatz, Fritz Grashoff und Robert T. Odemann als Stars.
An der Ecke von der Nordsee startet das Duo die Seereise mit dem Dampfer "AIte Liebe" und kommt gleich mit der ausdrucksstark von Kühl gesungenen Moritat "Hans Siebenhaar" von Leo Heller und Werner Richard Heymann zur Sache. Treffend sind auf Grund der intensiven Recherche auch Kühls Kommentare, so: "Hans Siebenhaar, der Othello von der Küste".
In Ringelnatz' schnurrigen Gedichten trifft er den lakonischen Ton gleichwohl er in der Premiere noch teilweise vom Lampenfieber getrieben wurde und zu schnell durch die inhaltsreichen Verse hechtete.
Doch wenn Kühl zum Dreivierteltakt Lankaus vorm Mikro durch "Die Hafenorge" tänzelt und "Tuuut" röhrt, dann folgt ihm das Publikum mit Schmunzeln. Durch seine gut überlegte Betonung erschließen sich schnell Sinn und Pointen. Manchmal indes klebt Kühl zu sehr an Text und Diktion - noch jedenfalls. Herrlich komisch bringt er die tragische Liebesgeschichte "Das traurige Fischlein" von Schultze/Odemann.
Gut gelingen ihm auch Ringelnatz' "Kuddeldaddeldu"-Verse, wenngleich die Rezitation noch ein wenig Geschmeidigkeit missen lässt. Urig indes sein breites Hamburgisch, in dem er auch mit Vorliebe über den s-pitzen S-tein s-tolpert.
Köstlich im wahrsten Wortsinn gelingt "Der Priem", die Moritat vom Kautabak von Hanns Eisler und Kurt Tucholsky, das Kühl wie in den meisten Liedern und Chansons mit rauer, aber melodiöser Stimme singt. Schmelzend kommt die Dauerschnulze "La Paloma", bei dem der ganze Saal mitsingt.
Außergewöhnlich in dem Programm das zeitgenössische "Seemann" der Teutonenbarden "Rammstein", das Kühl und Lankau zum Chanson arrangierten. Wohltuend verknappt singt Kühl Grashoffs "Nimm uns mit Kapitän", während er "Lili Marleen" ("Nee, ich mach hier jetzt nicht die Lale") in Leips eigener Komposition singt, eine angenehm einfache, gleichwohl anrührende Version.
In vielen Chansons klingt die Bitternis und Armut der Zeit an, gleichwohl Textdichter wie Komponisten mit Chuzpe und Lebens(über)mut die Unbill hörbar machten.




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